Gefllt mir Follow me RSS abonnieren
Perfekt inszeniert – Architektur, Kunst und Natur im neuen Artipelag Stockholm

Perfekt inszeniert – Architektur, Kunst und Natur im neuen Artipelag Stockholm

Kunst und Wasser gehen in Stockholm schon beinahe traditionell eine enge Verbindung ein: Das Moderne Museum wurde 1998 auf dem Inselchen Skeppsholmen im Herzen der Stadt eröffnet. Das Fotomuseum Fotografiska besticht ebenfalls mit seiner Lage direkt oberhalb des Wassers. Anfang Juni 2012 ist ein weiteres Stockholmer Kunstzentrum am Wasser hinzugekommen: Artipelag. Auch wenn das neue Zentrum für zeitgenössische Kunst etwa 15 Minuten Autofahrt vom Stadtzentrum entfernt ist – der Ausflug auf die Insel Hålludden in der Kommune Gustavsberg, bekannt für seine Porzellanmanufaktur und verschiedene Designer-Outlets, lohnt in jedem Fall.

Erwartungen weckt schon der großzügig geschnittene Vorhof vor dem Hauptportal, durch dessen Glasfront man bereits einen Blick auf die Weite des Stockholmer Schärengartens werfen kann. Beim Eintritt in das von Beton, Glas und Holz dominierte Gebäude eröffnet sich diese Weite vollends. Nicht unberechtigt ist der Vergleich mit bekannten Häusern für moderne Kunst oder Design in den Hauptstädten Europas. Doch der Artipelag setzt auf Fläche – mit gut 9.000 Quadratmetern bietet das von Johan Nyrén entworfene Gebäude Platz für weit mehr als Ausstellungen. Artipelag ist übrigens ein Kunstwort, das sich aus den englischen Worten für Kunst – art – und Schären – archipelago – zusammensetzt.

Zur Stärkung vor oder nach dem Besuch der Ausstellung lockt das Café Bådan, das ein schwedisches Lunchbuffet, bestehend aus Fisch, Fleisch und Salaten, kredenzt. Von der Terrasse vor der Glasfront aus genießt man einen ungestörten Blick über die Baumwipfel auf den Baggensfjärden. Schaut man hinter sich auf das angeschrägte Bauwerk, bleibt das Auge an einer der hockenden, lebensgroßen Figuren auf dem Dach hängen.

Im Innern des Artipelag wird von Juni bis September die Ausstellung „Platsens själ“, deutsch „Seele des Ortes“, präsentiert. Von 16 zeitgenössischen, überwiegend schwedischen Künstlern sind Skulpturen, Installationen und Fotokunstwerke zu sehen, darunter maulwurfshügel-ähnliche Objekte, Einblicke in verborgene Räume, Wachsfiguren. Vom 30. Juni bis 28. Oktober 2012 zeigt die Kunsthalle zusätzlich Werke der deutschen Fotografin Candida Höfer aus Köln.

Für die nahe Zukunft gibt es große Pläne im Artipelag: Neben der Ausstellungsfläche im Erdgeschoss sollen bald die sogenannte „Art box“ für Veranstaltungen, ein Konferenzbereich im Obergeschoss sowie auf dem Dach ein begehbares Labyrinth und eine Aussichtsplattform entstehen. Gerade angelegt werden Fußwege auf Holzstegen unterhalb des Gebäudekomplexes, die zum Bootssteg und ans Wasser führen. Dass das Museum ein familienfreundliches Konzept fährt – Besucher können Babytragetaschen für den Gang durch die Ausstellung leihen – ist  kein Zufall. Finanziert wurde Artipelag vom Gründer des Unternehmens BabyBjörn AB.

FacebookTwitterGoogle+LinkedInXINGEmpfehlen

Tags: , , , , , ,

Kommentar schreiben