Gefllt mir Follow me RSS abonnieren
Sagenhaft: Von Trollen, Riesen und anderen Fabelwesen in Fjellnorwegen

Sagenhaft: Von Trollen, Riesen und anderen Fabelwesen in Fjellnorwegen

Es war einmal vor langer Zeit … da trieben Fantasiegeschöpfe wie Trolle, Riesen und Huldren in den norwegischen Bergen und Wäldern ihr Unwesen. Ganz ausgestorben ist der volkstümliche Glaube an diese Figuren auch heute nicht. Er lebt vor allem in der Region Fjellnorwegen in Märchen, Volksliedern und alten Traditionen weiter.

Die dritte Sommerpressereise von Innovation Norway und northern lights führte die Teilnehmer in die Region zwischen Oslo, Bergen und Trondheim. Dort ging es auf Trollsuche. Dass diese knubbelnasigen Wesen bösartige Kreaturen sind, dafür aber meistens dumm, erfuhren wir gleich am Anfang im Familienpark Hunderfossen bei Lillehammer. Der Freizeit- und Themenpark bietet neben zahlreichen Fahrgeschäften und Attraktionen vor allem eine Einführung in die bekanntesten norwegischen Volksmärchen aus der Sammlung von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe. Die Schriftsteller gelten als die norwegischen Gebrüder Grimm. Wie ihre deutschen Pendants zogen sie durch das Land, sammelten Geschichten und mündliche Überlieferungen bei der Bevölkerung und schrieben sie anschließend nieder.

Einen ungefähren Eindruck vom Leben in diesem noch stark bäuerlich geprägten Norwegen vermittelt das Freilichtmuseum Maihaugen in Lillehammer. Gegründet 1887 vom lokalen Zahnarzt Anders Sandvig präsentiert das Museum etwa 200 Gebäude, deren Geschichte sich teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Sandvig sammelte ungewöhnliche, aber auch alltägliche Gegenstände, um norwegische Baukultur und Traditionen nicht verloren gehen zu lassen. Seine Leidenschaft gipfelte im Ankauf ganzer Häuser aus der Region Gudbrandsdalen, die er zunächst in seinem Garten aufstellte. Daraus entstand das größte Freilichtmuseum Norwegens außerhalb von Oslo. Mittlerweile gehört zu der Sammlung auch eine Wohnsiedlung mit Häusern aus fast allen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts samt passender Inneneinrichtung.

Neben den Volksmärchen bilden die Sagen der altnordischen Mythologie einen festen Bestandteil der norwegischen Geschichte. Der Mimisbrunnr Klimapark 2469 in Norwegens höchstem Gebirge Jotunheimen greift einen Teil davon auf. Gelegen im „Reich der Riesen“ und benannt nach dem Brunnen der Weisheit, Mimisbrunnen, sollen die Führungen im Klimapark und dem dazugehörigen Eistunnel Wissen und Kenntnisse über Mythologie, aber auch über Klimaveränderungen und die Natur vermitteln. In dem 70 Meter langen Tunnel werden Duplikate von archäologischen Fundstücken hinter Eis präsentiert. Die Originale befinden sich im Norwegischen Bergmusuem in Lom, nur wenige Kilometer vom Klimapark entfernt. Anhand der Gletscherschichten und der Ablagerungen im Eis können Wissenschaftler das Alter und die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Gletschers bestimmen. Außerdem haben Künstler mit Hilfe von Eis und Licht verschiedene Elemente der altnordischen Mythologie im Tunnel dargestellt. So betritt der Besucher den Eistunnel durch den gold erleuchteten Ring Draupnir, aus dem laut Sage in jeder neunten Nacht acht weitere Ringe entstehen. Auch der Weltenbaum Yggdrasil, der die Menschen- und die Götterwelt miteinander verbindet, und die Midgardschlange, eine Welt umspannende Seeschlange, wurden aus Eis geformt.

Selbstverständlich gibt es zahlreiche Norweger, die alte Traditionen und Bräuche weiterhin pflegen, etwa Familie Aslaksby. Sie betreibt während der Sommermonate die Alm Olestølen nordöstlich von Beitostølen im Jotunheimengebirge. Bevor die Familie samt Ziegen und Pferden im Sommer auf der Alm einzieht, wird erst einmal an die Hüttentür geklopft. So können die Wesen und Geister, die im Winter dort „wohnten“, Platz für die Menschen machen. Wird ein Eimer Wasser vor der Hütte ausgekippt, gibt es einen Warnruf. Sonst könnten die Almgeister vom Wasserschwall überrascht werden. Was diese wiederum wütend macht und Unglück über die Alm bringt.

Zwar sichteten wir während der Reise keine Trolle oder anderen Märchenwesen. Dafür hatten wir auf der Aslaksby-Alm eine kulinarische Begegnung der besonderen Art. In ihrer kleinen Almhütte kredenzte Kathrin Aslaksby Joghurt, Frischkäse, typisch norwegischen Brunost (wörtlich: brauner Käse) sowie pfannkuchenähnliche, sogenannte Lappen – alles hergestellt aus Ziegenmilch von der eigenen Herde. Interessanterweise schmeckten Joghurt und Frischkäse viel weniger nach Ziege als wir es von Supermarkt-Produkten kennen. Und erst die selbstgemachte Erdbeermarmelade! Geschmacksverstärker? Fehlanzeige! Das Resultat: Die Teilnehmer aßen und genossen die hausgemachten Spezialitäten, bis kein einziger Bissen mehr übrig war.

FacebookTwitterGoogle+LinkedInXINGEmpfehlen

Tags: , , , ,

Kommentar schreiben