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Wandern auf der Dronningruta – Auf den Spuren der Königin

Wandern auf der Dronningruta – Auf den Spuren der Königin

Norwegens Königin Sonja ist eine begeisterte Wanderin. So verwundert es nicht, dass einige ihrer Lieblingswanderwege in Norwegen nach ihr benannt sind. Einer von ihnen, vermutlich der bekannteste, ist die Dronningruta, zu Deutsch der Königinnenweg, auf den Vesterålen.

Im Jahr 1994 wanderte Königin Sonja zum allerersten Mal auf dem Rundwanderweg und war so begeistert, dass die Strecke von da an Dronningruta genannt wurde. Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ und „Wenn die Königin das schafft, schaffen wir das auch“, machten wir uns Ende August im Rahmen einer Pressereise für Innovation Norway mit einer kleinen Gruppe Journalisten auf den Weg, um auf der Inselgruppe Vesterålen auf den Spuren der Königin zu wandern.

Startpunkt der Wanderung: Nyksund

Startpunkt der Wanderung: Nyksund

Abwechslungsreiche Dronningruta

Start und Ziel des Königinnenwegs ist das ehemalige Geisterfischerdorf Nyksund. Unser deutscher Guide Ssemjon Gerlitz wohnt bereits seit 14 Jahren in Nyksund und ist die Dronningruta schon mehrmals gewandert: nicht nur privat, sondern auch in seiner Funktion als Guide für Discover Vesterålen. Nachdem wir Nyksund verlassen haben, führt uns Ssemjon direkt ins Gelände. Die ersten Meter laufen wir durch mooriges Gebiet vorbei an kleinen Seen. Schnell wird der Weg steiler. Trotz des eher grau-feuchten Wetters wird uns warm, die ersten Jacken verschwinden im Rucksack.

Aussicht auf der Dronningruta

Aussicht auf der Dronningruta

Der Weg ist abwechslungsreich: mal balancieren wir über Stock und Stein, dann wird es etwas flacher, ab und zu nehmen wir unsere Hände zu Hilfe, um uns an Bäumen oder Felsen abzustützen. Immer wieder wird die Kamera gezückt. Zwischendurch erblicken wir auf der linken Seite das Meer, ein Stück weiter liegt schon der nächste Anstieg vor uns. Trotz gemäßigtem Tempo sind einige von uns ordentlich am Schnaufen. Die Gedanken fliegen unweigerlich zu Königin Sonja: Ob sie auch so aus der Puste war? Auf den flachen Abschnitten weht uns gehörig der Wind um die Ohren. Nebel zieht auf, es wird deutlich kühler, wir verzichten auf lange Pausen. Wenn die Nebelwolken aufbrechen, können wir in der Ferne vereinzelte Sonnenstrahlen ausmachen, die das Meer zum Glitzern bringen. Wir genießen die überwältigende Landschaft, durch die wir gerade laufen, mit jedem Atemzug.

Ab und zu blitzt die Sonne durch die Wolken- und Nebeldecke

Ab und zu blitzt die Sonne durch die Wolken- und Nebeldecke

Elchgulasch, Sandstrand und Schafe

Auf 448 Höhenmetern erreichen wir den höchsten Punkt der Route, Finngamheia. Durch das stetige auf und ab legen wir an diesem Tag insgesamt ungefähr 900 Höhenmeter zurück. Nach etwa vier Stunden gelangen wir zu dem kleinen Fischerort Stø, dem Nachbardorf von Nyksund. Hier kräftigen wir uns mit einer köstlichen Portion Elchgulasch auf dem Campingplatz von Kyrre Brun, bevor es zurück nach Nyksund geht. Allerdings nicht auf dem gleichen Weg, den wir gekommen sind, schließlich handelt es sich bei der Dronningruta um einen Rundwanderweg.

Strandabschnitt auf dem Rückweg
Strandabschnitt auf dem Rückweg

So führt der Rückweg vorbei an einem Sandstrand, der vermutlich auch im Hochsommer nur sehr wenige Badegäste anzieht. Schließlich befinden wir uns fast 500 Kilometer nördlich des Polarkreises. Immer wieder hören wir das Blöken von Schafen. Leider führt nicht der komplette Rückweg am Strand vorbei, wir müssen noch mal 300 Höhenmeter überwinden. Die Besitzer der vereinzelten Ferienhäuser, die wir unterwegs passieren, haben kleine Motivationszettel an Bäumen und Steinen befestigt, um müde Wanderer auf den letzten Metern anzuspornen. Da kraxeln wir den letzten Anstieg doch gleich mit einem Lächeln hinauf. Nach etwa drei Stunden ist Nyksund dann wieder in Sicht. Und wie zur Belohnung für die vollbrachte Leistung kämpft sich die Sonne durch die Wolken und taucht unser „Ziel“ in goldenes Licht. Fühlen wir uns nach der Tour königlicher? Vermutlich nicht. Wir sind etwas außer Puste und verschwitzt, aber glücklich.

Weitere Informationen zur Dronningruta finden sich auf der Webseite von Visit Vesterålen und auf der norwegischen Wandertourenseite ut.no.

Alle Fotos: K. Bieda

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